In Memoriam

In memoriam Jürgen Geise  († 09.01.2011)

Am Sonntag, den 9. Januar 2011 ist der Gründer der Mühldorfer Sommerakademie Prof. Jürgen Geise nach schwerer Krankheit verstorben.

Jürgen Geise studierte an der Wiener Akademie bei R. Odnoposoff und bei Franz Samohyl, dessen Assistent er später wurde. Weitere Studien folgten bei Max Rostal und Sandor Vegh. Er war Gründungsmitglied der “Wiener Solisten”, des “Österreichischen Streichquartetts” und des “Streichquintetts Mozarteum”. Von 1973 bis 2007 war Jürgen Geise Professor für Violine, Viola und Kammermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst “Mozarteum” in Salzburg. Über viele Jahre leitete er das Kammerorchester “Collegium Iuvenale Salisburgense” (CIS), das eine rege Konzerttätigkeit mit einer eigenen Kammermusikreihe in Salzburg ausübt. Jürgen Geise förderte begabte Nachwuchskünstler; eine große Anzahl seiner ehemaligen Schüler besetzt Führungspositionen in internationalen Eliteorchestern oder lehrt an Musikhochschulen. Professor Jürgen Geise war als Jurymitglied bei zahlreichen internationalen Wettbewerben tätig.

Im Jahr 2003 gründete er zusammen mit seinem ehemaligen Schüler, dem Mühldorfer Musikschulleiter Thomas Breitsameter die Mühldorfer Sommerakademie, die sich zu einem international beachteten Meisterkursangebot für Streicher und Kammermusik entwickelt hat, an dem jedes Jahr 40 bis 50 Teilnehmer aus ganz Europa und Asien teilnehmen.

Die Mühldorfer Sommerakademie verliert mit Prof. Jürgen Geise eine herausragende künstlerische Persönlichkeit, dessen unermüdlicher Einsatz maßgeblich zum Gelingen des Gesamtprojekts „Meisterkurse für Musik in Mühldorf a. Inn“ beigetragen hat.

In Memoriam Martin Hornstein († 27.10.2009)

Am Dienstag, den 27.10.2009 ist der Cellist Martin Hornstein völlig unerwartet im Alter von 54 Jahren verstorben.

Martin Hornstein studierte an der Wiener Musikuniversität und der Juilliard School in New York. Noch während des Studiums begann Hornstein seine Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker mit Tourneen in Europa und Japan. Von 1985 bis 1993 war er Cellist des Wiener Schubert Trios und von 1994 bis 2004 Mitglied des Altenberg Trios Wien. In diesen Formationen gab er weit Über tausend Konzerte in allen wichtigen Musikzentren der Welt, u.a. im Teatro alla Scala Mailand, im Concertgebouw Amsterdam, bei den Salzburger Festspielen, Wigmore Hall London, beim Kammermusikfest Lockenhaus, bei der „styriarte“ Graz und im Rahmen regelmäßiger Abonnementkonzerte bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Ab 2005 nahm die musikalische Partnerschaft mit der Pianistin Janna Polyzoides breiten Raum ein. Unter den zahlreichen Auftritten des Duos war 2006 auch ein Sonatenabend im Brahmssaal des Wiener Musikvereins. Die Zusammenarbeit mit dem Lyriker Semier Insayif führte zu vielen Auftritten mit den Solo-Suiten von J. S. Bach und Gedichten und Prosatexten des Autors. Hornstein war Dozent der Internationalen Musiktage Bad Leonfelden und bei der Mühldorfer Sommerakademie und leitete eine Kammermusikklasse am Konservatorium Wien Privatuniversität.

Martin Hornstein leitete von 2006 bis 2009 die Meisterklasse für Violoncello & Kammermusik im Rahmen der Mühldorfer Sommerakademie. Er war bei den Studierenden und Dozenten aufgrund seiner Fähigkeit, sein immenses Fachwissen und Können weiterzugeben, ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu stellen, gleichermaßen beliebt und geschätzt. Die Mühldorfer Sommerakademie verliert mit ihm einen guten Freund, einen großen Musiker und einen genialen Musikpädagogen.